„Hubkraft 1.200 kg“ steht in fast jedem Datenblatt. Was dahintersteckt, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden – und das führt regelmäßig zu Enttäuschungen. Dieser Beitrag erklärt die Begriffe so, dass Sie Angebote vergleichen können.
Drei Zahlen, die oft verwechselt werden
Hubkraft (Losbrechkraft). Die Kraft, die die Hydraulik am Hubzylinder aufbringen kann. Sie sagt, was der Lader vom Boden lösen kann – nicht, was er sicher transportiert.
Kipplast. Die Last, bei der die Hinterräder bei voll ausgehobenem, geradem Hubarm vom Boden abheben. Bei Knicklenkern wird sie zusätzlich bei eingeknickter Lenkung gemessen; dann ist sie deutlich geringer, oft um 20 bis 30 %.
Nutzlast (Betriebslast). Die Last, die im Betrieb sicher bewegt werden darf. Nach der Norm für Lader sind das 50 % der Kipplast bei eingeknickter Maschine mit Schaufel; mit Palettengabel gelten je nach Untergrund 60 bis 80 %. Das ist die Zahl, die im Alltag zählt.
Ein Beispiel: Ein Hoflader mit 1.200 kg Hubkraft kann durchaus eine Kipplast von 1.000 kg geknickt haben – und damit eine sichere Nutzlast von 500 bis 600 kg mit der Palettengabel. Das ist keine Schwäche der Maschine, sondern Physik.
Warum das Eigengewicht entscheidet
Ein Hoflader hebt mit der Hydraulik, aber er hält die Last mit seinem Gewicht. Zwei Maschinen mit gleicher Hubkraft, aber 2.000 kg und 2.600 kg Eigengewicht verhalten sich völlig unterschiedlich: Die schwerere steht sicher, die leichtere wird bei gleicher Last hinten leicht. Deshalb achten wir bei LGC darauf, dass die Modelle für ihre Klasse schwer gebaut sind – der LG22 bringt 2.600 kg auf die Waage, der LG38 3.500 kg bei gleicher Breite.
Umgekehrt gilt: Wer auf empfindlichen Flächen oder weichem Boden arbeitet, kann nicht beliebig schwer werden. Dann ist die Breite der Reifen und ein niedriger Schwerpunkt wichtiger als die reine Masse.
Was in der Praxis zählt
- Das Anbaugerät wiegt mit. Ein Ballengreifer mit 150 kg reduziert die verfügbare Nutzlast um genau diese 150 kg.
- Höhe kostet Stabilität. Je höher die Last, desto früher kippt die Maschine – vor allem beim Lenken mit gehobenem Arm.
- Gefälle kostet Stabilität. Bergab mit Last vorne wird jeder Lader schneller hinten leicht.
- Bei Teleskopladern gilt die Hubkraft nur für den eingefahrenen Arm.
So vergleichen Sie Angebote richtig
Fragen Sie nicht nach der Hubkraft, sondern nach der Kipplast geknickt mit Palettengabel und nach dem Eigengewicht. Wer diese beiden Zahlen nicht nennen kann, hat sie nicht gemessen. Rechnen Sie dann die Nutzlast selbst aus: Kipplast geknickt mal 0,5 – das ist die sichere Seite. Liegt Ihre regelmäßige Last darunter, passt die Maschine. Liegt sie darüber, brauchen Sie die nächste Klasse – nicht ein Gegengewicht, das die Achse überlastet.
Welche Lastklasse zu welchem Einsatz passt, haben wir in der Modellübersicht zusammengestellt. Und wer es genau wissen will: In Steinfurt können Sie jede Maschine mit Ihrer eigenen Last probieren.
Fragen zu einem konkreten Einsatz beantworten wir unter 02551 704990 oder info@lgc-maschinen.de. Alle LGC-Lader stehen in 48565 Steinfurt zur Vorführung bereit; auf Wunsch kommen wir mit der Maschine zu Ihnen auf den Hof.
